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Geschichte des Ortes Mittelstetten

 

Viel gibt es über die Ortsgeschichte Mittelstettens nicht zu berichten, war doch

der Ort immer schon sehr mit dem benachbarten Schwabmünchen verbunden.

Die meisten Erwähnungen in alten Schriften beziehen sich auf die Besitz- bzw.

Lehensverhältnisse und auf die daraus resultierenden Rechte und Pflichten. Mit

dem größten und wohl auch mit dem ältesten Besitz war die Augsburger Kirche

vertreten. 1301 verpfändete König Albrecht dem bischöflichen Kämmerer Ulrich

von Wellenburg alle Reichsgüter in Mittelstetten, die 1333 der Augsburger

Bischof Ulrich II. von Schöneck einlöste und damit den hochstiftischen Besitzun-

gen eingliederte. Nach dem Urbar (-Grundstückverzeichnis) von 1316 umfasste

der Besitz einen Maierhof, die Mühle und etwa 10 Erblehen. Dem Maierhof waren

12 Halbhuben zugeordnet, von denen zehn 7 Mutt (-Getreidemaß) Hafer und 13

Schilling Pfennige, die übrigen beiden neben den Geldgaben 6 Mutt Weizen und

7 Mutt Hafer, die volle Gült (-Abgabe) abzuliefern hatten. Jede Hube lieferte

außerdem ein Huhn.

 

Das Kloster Sankt Ulrich und Afra in Augsburg besaß bereits zu Beginn des 14.

Jahrhunderts einen Teil der Gült von 10 Halbhuben, worauf sich die geringeren

Abgaben dieser Huben an das Hochstift Augsburg erklären. Zwar bleibt Mittelstet-

ten bis zur Säkularisation ein hochstiftischer Ort, doch wurden Teile davon immer

wieder als Erblehen ausgetan.  Meierhof,  Mühle und andere Güter waren

wertvolle Objekte, die bei Geldbedarf des Bischofs gern versetzt wurden. In der

ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts war der bischöfliche Rentmeister Wolfgang

Schick Besitzer von Maierhof, Mühle, Gast- und 5 Halblehen. Er baute sich 1540

inmitten seines Verwaltungsbereiches nördlich der Mühle ein ansehnliches Schloß

mit  Zwinger  und Garten, alles von einem Wassergraben umgeben. Dieses

Schloß, es stand nicht auf hochstiftischem, sondern auf freieigenem Grund und

Boden, wurde 1549 an den Augsburger Hans Welser veräußert. Dionys von

Rehlingen ließ es 1684 abbrechen und stellte die Steine für den von ihm gestifte-

ten Neubau des Klimmacher Pfarrhofes zur Verfügung.

 

Auf einem farbigen Plan aus dem Jahr 1570 ist Mittelstetten abgebildet. Man sieht

das Schloß und danebenstehend einen Hof. Deutlich zu erkennen ist die Singold,

die sich in Schwabmünchen teilt, wobei sich >der Klain-Sinkelbach< nach

Westen durch Wiesen und Auen hinschlängelt, um etwas südlich von der

heutigen Guggenberger Brücke in die Wertach zu münden. Östlich und nördlich

des >klainen Sinkelbaches<, also Mittelstetten zu, liegen die Menchinger und die

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